Ausgangslage

Die Orgel der evangelischen Kirche Arbon wurde zusammen mit dem Kirchgebäude im Jahr 1924 erbaut.

Die Firma Kuhn aus Männedorf schuf ein Instrument, das in den Abnahmeberichten der damaligen Experten in den höchsten Tönen gelobt wurde. Vor allen Dingen zeichnete sich die Orgel durch ihre vielen orchestralen Klangfarben aus: Flöten, Streicher, Trompeten, Clarinetten waren in der Orgel zahlreich vorhanden. Allein durch ihre Grösse – sie ist die grösste Orgel im Kanton Thurgau und am schweizerischen Bodenseeufer – ist sie auch heute noch von Bedeutung.

Wie vieles in der Kunst, Musik, Architektur, Mode etc. unterliegt auch der Orgelbau einem Zeitgeschmack. Im Laufe der Zeit war der orchestrale Klang der Orgel nicht mehr gefragt. Durch abschneiden und umstellen vieler Pfeifen hat die Orgel im Laufe der Jahrzehnte ihre schönsten Klangfarben verloren. Heute ist der Klang der Orgel nüchtern, kalt, wenig poetisch und mitunter sehr grob.

Nach fast 100-jährigem Betrieb gibt es in der Orgel viele Teile, die verschlissen sind und ersetzt werden müssen. Die Elektrik entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Ausserdem muss das Instrument von Dreck und Schimmel befreit werden. Dies sind sehr umfangreiche und kostspielige Arbeiten, die die evangelische Kirchgemeinde Arbon 2020 in Angriff nehmen wird. Allerdings beziehen sich diese Arbeiten „nur“ auf die technische Anlage der Orgel.

Von Fachleuten angeregte klangliche Änderungen, die ein orchestrales Klangbild wiederherstellen könnten, wurden von der Kirchenvorsteherschaft nicht aufgegriffen, da sie einen weiteren finanziellen Aufwand bedeuten würden.

Disposition 1924
I. Manual
Principal 16′
Bourdon 16′
Principal 8′
Gamba 8′
Bourdon 8′
Salicional 8′
Flauto dolce 8′
Dolce 8′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Octave 2′
Cornett 8′ 5-fach
Mixtur 2 2/3′ 6-fach
Trompete 8′
Auszug: Quinte 2 2/3′
Auszug: Terz 1 3/5′

II. Manual
Rohrflöte 16′
Hornprincipal 8′
Viola 8′
Quintatön 8′
Gedeckt 8′
Concertflöte 8′
Dulciana 8′
Unda maris 8′
Gemshorn 4′
Traversflöte 4′
Klein-Mixtur 2 2/3′ 4-fach
Clarinette 8′
Auszug: Flautino 2′
Tremolo

III. Manual
Lieblich Gedeckt 16′
Geigenprincipal 8′
Liebl. Gedeckt 8′
Viola d’amore 8′
Flute harmonique 8′
Aeoline 8′
Vox coelestis 8′
Flauto pastorale 4′
Zartflöte 4′
Violine 4′
Harmonia aetherea 2 2/3′ 3-fach
Basson-Hautbois 8′
Trompete 8′
Auszug: Quinte 2 2/3′
Auszug: Terz 1 3/5′
Auszug: Piccolo 2′
Tremolo

Fernwerk
Lieblich Gedeckt 16′
Viola d’amore 8′
Vox coelestis 8′
Bourdon d’echo 8′
Flute pastorale 4′
Vox humana 8′
Tremolo

Pedal
Principalbass 16′
Subbass 16′
Violonbass 16′
Harmonicabass 16′
Echobass 16′ (Tr.)
Quintbass 10 2/3′
Octavbass 8′
Violoncello 8′ (Tr. )
Flötenbass 8′ (Tr. )
Dolcebass 8′ (Tr. )
Posaune 16′
Trompete 8′



Die Orgel verfügte über ausgebaute Superkoppeln im II. und III. Manual sowie im Fernwerk.

Disposition 1988
I. Manual
Principal 16′
Quintatön 16′
Principal 8′
Flauto Major 8′
Bourdon 8′
Gemshorn 8′
Octave 4′
Spitzflöte 4′
Rohrflöte 4′
Octave 2′
Schwiegel 2′
Gross-Mixtur 2′
Klein-Mixtur 1′
Cornett 8′
Zinke 8′


II. Manual
Suavial 8′
Rohrgedeckt 8′
Principal 4′
Blockflöte 4′
Nazard 2 2/3′
Waldflöte 2′
Terz 1 3/5′
Larigot 1 1/3′
Mixtur 1 1/3′
Zimbel 1/2′
Krummhorn 8′
Schalmey 4′
Tremolo


III. Manual
Lieblich Gedeckt 16′
Principal 8′
Koppelflöte 8′
Dulciana 8′
Voix céleste 8′
Octave 4′
Gedacktflöte 4′
Sesquialtera 2 2/3′ + 1 3/5′
Nachthorn 2′
Plein jeu 2′
Basson 16′
Oboe 8′
Trompete 8′
Clairon 4′
Tremolo


Fernwerk
Lieblich Gedeckt 16′
Bourdon 8′
Principal 4′
Quinte 2 2/3′
Flageolet 2′
Vox humana 8′
Tremolo

Pedal
Principal 16′
Violon 16′
Subbass 16′
Gedecktbass 16′ (Tr.)
Echobass 16′
Quintbass 10 2/3′
Octave 8′
Suavial 8′ (Tr.)
Gedecktbass 8′
Choralbass 4′
Flöte 2′ (Tr.)
Mixtur 2 2/3′
Posaune 16′
Trompete 8′
Clairon 4′

Die Pfeifen der Superkoppeln wurden entfernt. Die Töne sind auf den Windladen noch vorhanden.